Landesbeirat für Integration und Teilhabe
Der Landesbeirat für Integration und Teilhabe ist die zentrale staatliche Interessenvertretung für Menschen mit Migrationshintergrund in Sachsen. Durch das Sächsische Integrationsgesetz (SächsIntG) wurde er fest verankert und löst den bisherigen Landesintegrationsbeirat (gegründet am 2. April 2014) ab. Seine Hauptaufgabe besteht darin, die Sichtweisen und Interessen von Menschen mit Migrationshintergrund zu bündeln und gegenüber der Politik zu vertreten. Seit der Neuregelung berät der Landesbeirat nicht mehr nur das Sozialministerium, sondern die gesamte sächsische Staatsregierung. Den Vorsitz hat Staatsministerin Petra Köpping inne.
Die Aufgaben und Arbeitsweise des Beirats sind in der Integrationsbeiratsverordnung (IntBeirVO) sowie in der Geschäftsordnung detailliert geregelt. Zu seinen Kernaufgaben gehören:
- Erarbeitung von Stellungnahmen und Empfehlungen zu Entwürfen von Rechtsnormen und Verwaltungsvorschriften,
- Beratung zu Umsetzungsmaßnahmen in den Bereichen Migration, Integration und Teilhabe.
Der aktuelle Landesbeirat besteht auch 40 Mitgliedern aus Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft, Religion, Sport, Kunst und Kultur. Die Zusammensetzung des Beirats ist im SächsIntG und der IntBeirVO festgelegt. Die Mitglieder werden für die Dauer einer Wahlperiode des Sächsischen Landtages berufen. Die erste Berufung erfolgte während der konstituierenden Sitzung am 19. Juni 2025.
Die Geschäftsstelle liegt beim Sächsischen Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt im Referat Integration.
- Integrationsbeiratsverordnung (Revosax)
- Geschäftsordnung des Landesbeirats für Integration und Teilhabe (*.pdf, 51,59 KB)
Aktuelle Mitglieder des Landesbeirats
Vorsitzende
Petra Köpping, Sächsisches Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
Mitgliederorganisationen:
Auflistung der Mitgliederorganisationen
- Sächsisches Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
- Sächsische Staatskanzlei
- Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus
- Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
- Sächsisches Staatsministerium des Innern
- Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz
- Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
- Sächsisches Staatsministerium der Justiz
- Sächsisches Staatsministerium für Kultus
- Sächsisches Staatsministerium für Infrastruktur und Regionalentwicklung
- Sächsischer Integrationsbeauftragte
- Sächsischer Beauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler
- Sächsischer Städte- und Gemeindetag
- Sächsischer Landkreistag
- Landesarbeitsgemeinschaft Integration
- Romano Sumnal e. V.
- Verband binationaler Familien und Partnerschaften iaf e. V.
- ZEOK e. V.
- Dachverband sächsischer Spätaussiedler Aussiedlerverband Sachsen e. V.
- Landesverband Sächsischer Migrant*innenorganisationen e. V.
- Sächsischer Flüchtlingsrat e. V.
- Antidiskriminierungsbüro Sachsen e. V. Geschäftsstelle
- Liga der freien Wohlfahrtspflege in Sachsen
- Fachausschuss Migration
- EXIS Europa e.V.
- Evangelisch-Lutherisches Landeskirchenamt Sachsens
- Bistum Dresden-Meißen Bischöfliches Ordinariat
- Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden K.d.ö.R.
- Deutsches-Interkulturelles-Muslimisches-Centrum für Integration und Bildung Dresden e. V. (DIMCIB)
- Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen e. V.
- Industrie- und Handelskammer (IHK) Chemnitz
- Handwerkskammer Chemnitz
- Technische Universität Dresden; Mercator Forum Migration und Demokratie (MIDEM)
- Technische Universität Chemnitz; Professur Humangeographie mit dem Schwerpunkt Europäische Migrationsforschung
- Universität Leipzig Orientalisches Institut
- Sächsische Landesmedienanstalt
- Landessportbund Sachsen e. V.
- Deutscher Gewerkschaftsbund Bezirk Sachsen
- Landesverband Soziokultur Sachsen e. V.
- Sächsischer Landtag (Landesbeirat für Integration und Teilhabe | Der Sächsische Landtag)
3. Sitzung Landesbeirat Integration und Teilhabe
Am Mittwoch hat sich der Landesbeirat Integration und Teilhabe zu seiner 3. Sitzung getroffen. Im Beisein von Amtschef Rüdiger Raulfs wurden zwei Arbeitsgruppen mit den Themen Spracherwerb und geflüchtete (migrantische) Frauen im ländlichen Raum gebildet, um diese Themenfelder vertieft erörtern und konkrete Handlungsempfehlungen für den Bereich der Integration entwickeln zu können.
Der »Ländliche Raum« war bei der vorherigen Sitzung im Beirat als ein besonders dringlicher Themenschwerpunkt im Bereich der Integration identifiziert worden. Dieser Befund wird besonders durch das empirica Gutachten aus dem Jahr 2025 unterstützt, das hier besondere Integrationsbedarfe und großes Entwicklungspotenzial für den ländlichen Raum gesehen hat.
Ein Impulsvortrag von Herrn Dr. Stefan Kordel, Privatdozent am Lehrstuhl für Geographie (Kulturgeographie und Gesellschafts-/Umweltforschung) an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, führte in das Thema ein und vermittelte einen Überblick über die Vielfalt der Migration und Integration in ländlichen Räumen. In einem Ausblick ging es auch um die Gestaltung von Haltensbedingungen, um Integration für den ländlichen Raum möglichst nachhaltig, d. h. dauerhaft zu entwickeln.
Die Arbeitsgruppen werden im Nachgang der Sitzung die Chancen und Herausforderungen des ländlichen Raums fachlich beraten, mit der Zielstellung, am Ende dieses Prozesses der Staatsregierung möglichst konkrete Handlungsempfehlungen zur Förderung und Weiterentwicklung zu unterbreiten.
In einem ersten Schritt werden sich die Arbeitsgruppen untereinander vernetzen und ihre jeweilige Arbeitsweise und weiteren Arbeitsschritte selbstständig festlegen. Der bis dahin erreichte Arbeitsstand und die weitere Vorgehensweise werden erneut als Tagesordnungspunkt in der nächsten Sitzung des Landesbeirats aufgegriffen. Die Arbeitsgruppen werden in ihrer Arbeit durch das Fachreferat Integration des SMS begleitet und unterstützt.
In der Sitzung wurden zudem zwei neue Mitglieder begrüßt und die Bestellungsurkunden übergeben. Die nächste Sitzung des Landesbeirats ist für den 11. Dezember 2026 geplant.